Periode 2

1945 bis 1999 – 120 Jahre Musikverein Preist

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges bauten der langjährige Vorsitzende und Dirigent Theodor Heinz zusammen mit Jakob Jacob den Musikverein wieder auf, indem sie unter anderem brauchbare Instrumente für die insgesamt 11 Musiker organisierten. Theodor Heinz übernahm wieder sowohl Taktstock als auch den Vorsitz, verstarb aber innerhalb kürzester Zeit, woraufhin Jakob Jacob beide Positionen übernahm.

1952 veranstaltete der inzwischen 16 Aktive fassende Verein das erste Musikfest nach den beiden Weltkriegen, wozu man die befreundeten Vereine aus Röhl, Herforst, Binsfeld, Mötsch, Ordorf, Zemmer und Orenhofen einlud. Noch im selben Jahr gab Jakob Jacob den Taktstock an den Dirigenten Scholtes aus Binsfeld ab.
In den darauffolgenden Jahren durften die Musiker zu einigen besonderen einmaligen Anlässen musizieren. Darunter fallen unter anderem 1953 die Grundsteinlegung der Filialkirche in Hosten und der musikalische Abschluss der Freilichtspiele „Die drei Jungfrauen von Auw“, die Amtseinführung von Pastor Haas in Auw 1962 oder im darauffolgenden Jahr die Glockenweihe in Preist.

Neben der musikalischen Arbeit engagierten sich die Musiker auch für das Kulturgut der Gemeinde Preist, woraufhin man den Süddeutschen Filmverband beauftragte, einen Film über den Ort Preist zu drehen, an dem sich die gesamte Dorfgemeinschaft beteiligte.
Auch in der Struktur des Vereins tat sich einiges. So wanderte der musikalische Vorsitz von Dirigent Scholtes über Dirigent Schneider aus Bitburg an den Lehrer Schwammborn aus Hosten. Letztlich übergab dieser den Taktstock an Jakob Weidig, einen Musiker aus den eigenen Reihen, der maßgeblich an der Ausbildung der Jugendlichen beteiligt war.
In dieser Zeit wurde der Vorsitz von Jakob Jacob an Theodor Jutz übergeben, der diesen wiederrum an den späteren Ehrenvorsitzenden Nikolaus Back abgab, ehe Matthias Fischer 1962 zum neuem Vorsitzenden ernannt wurde.
Noch im selben Jahr konnte man ein inoffizielles Jubiläum feiern: bereits seit 100 Jahren gab es nachweislich Musiker, die sich zu allerlei Anlässen trafen, um diese musikalisch zu umrahmen.

Nachdem 1971 Matthias Fischer sein Amt an Albert Schneider abgab, begann der Verein moderne Strukturen zu bilden. Durch die Anschaffung einer Gesangsanlage und einheitlichen Uniformen wurden die Auftritte nicht nur optisch, sondern auch musikalisch aufgewertet. Es entstand ein Kontakt zur Trachtenkapelle Nussbaum im Schwarzwald, bei welchen man nicht nur am Musikfest musizierte, sondern die Gelegenheit nutze, dies mit einem Ausflug in den Schwarzwald zu verbinden.

Mit der Neuwahl von Peter Krebs zum 1. Vorsitzenden wurde die Jungmusikerausbildung in die Hände der Kreismusikschule übertragen, wodurch eine professionelle Ausbildung der Jugendlichen in allen Registern gewährleistet werden konnte. So konnte man zum 110-jährigen Bestehen, was in einem großen Rahmen gefeiert wurde, neben 18 aktiven Musikern 12 musikbegeisterte Jugendliche in Ausbildung zum Verein zählen.

Nach 29 Jahren als Dirigent des Musikvereins übergab Jakob Weidig 1990 den Taktstock an den jungen Dirigenten Detlef Krakau, der den Verein aber aufgrund seiner hauptberuflichen Arbeit 5 Jahre später wieder verlassen musste. Highlight des Jahres 1990 war die Ausrichtung der 3. Fideier-Musiktage, die es in dieser Form heute nicht mehr gibt. Wolfgang Broy löste zudem Peter Krebs als Vorsitzender des Musikvereins ab.

 

Übergangsweise übernahm 1996 Günter Weidig, Sohn unseres langjährigen Dirigenten Jakob Weidig, als Musiker aus den eigenen Reihen den Taktstock. Unter Günter Weidig veranstaltete der Verein in der Partnergemeinde Caudan aus Frankreich ein Konzert. Nach zwei Jahren übernahm dann Günther Lauer das Dirigentenamt von Günter Weidig.

Das 20. Jahrhundert schloss für den Verein mit einem wahren Festakt ab. In einem großen Festzelt feierte man das 120-jährige Bestehen und unternahm mit allen aktiven Musikern eine Vereinsfahrt in den Allgäu.